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Posaunenchor Weilheim Evangelische Kirchengemeinde Weilheim an der Teck Posaunenchor Weilheim Evangelische Kirchengemeinde Weilheim and der Teck ![]() |
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Donnerstag 18.20 Uhr. Das Abendessen ist im Bauch angekommen und ich packe meine Sachen für den Posaunenchor. Der Koffer wird auf den Fahrradständer gepackt den Rucksack mit den Noten auf den Rücken und ab zum Gemeindehaus. Ein Wunder allerdings, dass mein treuer Drahtesel noch nicht unter der Last von Noten, Blech und meinem Eigengewicht zusammengebrochen ist. Am Gemeindehaus angekommen wird das Fahrrad abgestellt. Helmut übt derweilen schon mit den Jüngeren Ich mache mich auf den Weg zum Pfarrhaus, um meine beste Freundin abzuholen, und natürlich ihren Bruder. Als ich die Treppe zum ersten Stock hochsteige, höre ich schon die Gespräche aus dem Esszimmer. Natürlich ist Flori auch schon da. "Wir müssen nur noch g'schwind essen", kommt auch schon die Erklärung. Dass sich dieses "g'schwind" auf 20 Minuten ausdehnen wird, war von Anfang an klar. Irgendwann haben wir es dann aber doch zum Kohlesbach geschafft. In der Zwischenzeit sind auch die anderen fortgeschrittenen Jungbläser eingetroffen. Wir bringen auch tatsächlich noch ein Stückle hin. Bevor dann wirklich der große Chor beginnt, steht man noch mal gemütlich draußen und schwätzt. "Mir kendet scho seit fenf Menudda spiela!", schreit es von drinnen und da man Helmut so früh am Abend ja noch nicht reizen will, bewegt man sich doch in den Saal. "N'Aabnd Chrischdl." Juhuu! Mein Mit-in-den-Ständer-Reingucker aus dem Sachsenland ist auch schon da. Dann kann's ja endlich losgehen. "Eine B-Dur Tonleiter bitte", ruft Helmut kaum dass der Notenständer aufgebaut ist. Nach einem kurzen Einspielen kommt auch schon das erste Lied. Da die Jungbläser noch bis viertel neun da sind und es schon 20 bis acht ist müssen schnell die Sachen gespielt werden, die sie können. Also spielt man halt mehr oder minder begeistert Kindermutmachlieder und Choräle. "Spielet mol mit a bissle mehr Dynamik, ond et so schlofwagig!", meint der Chef. Also versucht man halt so gut es geht durchzuspielen, damit man endlich zu den wirklich guten Sachen kommt. Viertel neun, die Kiddies sind weg und es wird fürs Konzert geübt. Die Geiersbach - Suite wird aufgeschlagen. "Höret mal mit dem Geschäkere auf, ihr da em Alt!", hört man ihn rufen. Wir fangen an zu spielen. Leider muss ich nach fünf Takten aufgeben. Der Grund? Ein Vorzeichen entging meinem Blick und aus dem Ges wurde ein G, das von meinem Sachsenfreund noch tatkräftig unterstützt wurde und so bestimmt deutlich zum Missklang beigetragen hat. Fünf Takte später wird auch wie erwartet abgebrochen. "Des kann ja nix werden, wenn ihr bloß am Lacha send!"", rügt uns der Chef. "Mir üben glei den Takt 18, der klappt sowieso nie." Nach diesen aufbauenden Worten wird besagter Takt bestimmt zehn mal geübt, bis er halbwegs sitzt. "Mir müssen des viel kürzer spielen und außerdem isch die Stimmung total schlecht!" Nein, das war nicht der Chef, sondern sein geliebtes Töchterlein, mit dem er wohl schon mehr Streitgespräche geführt hat, als mit uns allen zusammen. Sie ist die größte Verfechterin unserer Rechte. Manchmal lässt Helmut auch andere Ansichten zur Musizierweise gelten, aber meistens setzt er seine Vorstellungen durch. 21.20 Uhr. Geschafft trotte ich aus dem Saal und stell meine Sachen neben den Eingang. Meine Lippe fühlt sich an, als wäre sie auf das doppelte ihrer normalen Größe angeschwollen, aber irgendwie hat doch noch alles geklappt. Die Nikotinabhängigen stehen schon draußen, um ihren täglichen Bedarf vollends zu decken. Auch wenn ich Nichtraucher bin, stell ich mich noch'ne Weile dazu. Über die Musikstücke wird gesprochen, über das Tempo, über Schwierigkeiten. Das Gelingen des Konzerts wird mal wieder in Frage gestellt aber es wird schon klappen. Im Grunde zweifelt niemand wirklich ernsthaft daran, da es ja jedes Jahr dasselbe ist. Schließlich, um dreiviertel zehn pack ich mein Fahrrad, da ich ja morgen Schule hab, und quäl mich müde und geschafft den Buckel zu meinem Haus hoch. (Chrischdl) 2002
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